Refugium

Marie

Ich bin Marie, 18 Jahre alt und vertraue viel auf mein Bauchgefühl. Ich interessiere mich für viele gesellschaftliche Thematiken, die sich mit der Diversität und Individualität der Menschen auseinandersetzen und würde mich selber als offen und humorvoll betiteln. Mein persönliches Refugium liegt in der Musik und in den Menschen um mich herum, die mir tagtäglich zeigen, wie schön das Leben doch ist!

La prison du corps féminin

Als „Refugium“ als Ausstellungsthema bekannt gegeben wurde, habe ich über vieles nachgedacht, was einen „Zufluchtsort“ darstellen kann. Mir sind viele Themen wie Natur, Familie oder Musik, eingefallen doch am meisten bin ich gedanklich bei „dem eigenen Selbst“ hängen geblieben.

Meiner Meinung nach kann sich jeder ein Stück weit selbst als Zufluchtsort bezeichnen, bezüglich seines Körpers oder der eigenen Gedankenwelt. Vor allem trat für mich aber der Aspekt des eigenen Körpers in den Vordergrund. Mir war schnell klar, dass ich den weiblichen Körper als Refugium darstellen wollte, um zusätzlich eine Verbindung zum gesellschaftlichen Thema des Feminismus herzustellen.

Doch umso mehr ich über die Thematik des weiblichen Körpers als persönliches Refugium nachgedacht und dieses gesellschaftskritisch betrachtet hatte, fielen mir immer mehr negative Aspekte ein, die sich auf den weiblichen Körper in der Gesellschaft beziehen. Einerseits der immer noch herrschende Sexismus gegenüber Frauen, aber auch das Patriarchat als andauerndes Gesellschaftskonstrukt, in dem die Rolle der Frau (bewusst oder unbewusst) unter die des Mannes gestellt wird. Frauen überall auf der Welt stoßen heute noch in vielerlei Hinsicht auf gesellschaftliche Grenzen, weshalb sie hinsichtlich vieler Faktoren wie Familie, Beruf und Gesundheit zurückstecken müssen.

Diesen Missstand wollte ich in meiner Arbeit zum Ausdruck bringen.

Das eigene Selbst habe ich in Form eines Gipsabdrucks eines weiblichen Oberkörpers dargestellt, welchen ich auf einer besprayten Presspappe befestigte. Um die Begrenzung der Frau in der Gesellschaft darzustellen, habe ich die Gipsfigur mit Hilfe von dünnen Seilen an die Presspappe angebunden, damit die Einschränkung durch äußere Faktoren zum Vorschein kommt.

Mein Kunstwerk „la prison du corps féminin“ (Das Gefängnis des weiblichen Körpers) soll die „Gefangenschaft“ der Frau wegen ihres Körpers durch die Gesellschaft bereits als Titel, ansprechen. Die Darstellung selbst greift nicht das Thema „Refugium“ auf, soll jedoch kritisieren, dass Frauen oft aufgrund ihres Körpers begrenzt oder ausgegrenzt werden und man ihnen somit die Chance auf das eigene Refugium nimmt.