Refugium

Anna

"You are too nostalgic, you want memory to secure you, console you." - Janet Fitch

Refugium ist für mich ein Zusammenspiel aus Erinnern und Vergessen. Mit meinen Aquarellen und Zeichnungen versuche ich Vergangenes festzuhalten. Vieles vergesse ich und ich fülle die Lücken mit blau, rot oder gelb.

Vielleicht ist es nur ein verzweifelter Versuch, nicht auseinanderzufallen.

Nostalgie

Zufluchtsort oder Rückzugsstätte. Beides sind Worte, die ein Refugium beschreiben sollen. Dennoch sind sie für viele fehlleitend. Denn für viele ist ihr Refugium kein Ort. Rückzug und Ruhe kann man in vielen Dingen finden. Hobbys, Freunde, Familie. Im Verlauf des Semesters musste ich merken, dass, während andere sich mit ihren Refugien beschäftigten, mein eigenes langsam anfing zu zerbröckeln. Für mich waren Erinnerungen immer eine Art Schutzstätte. Fast täglich fand ich mich gedanklich in Ereignissen meiner Kindheit wieder. Doch mit dem Erwachenswerden bröckelt die schöne Fassade ab. Erinnerungen verfälschen sich und man betäubt sich, um das alles irgendwie zu ertragen. Geborgenheit, Spaß, Fürsorge. Wie wirklich sind diese Dinge? Kann ich sagen, dass ich eine schöne Kindheit hatte? Fühlte ich mich geborgen? Tue ich es jetzt? Hatte ich wirklich so viel Spaß wie mir meine Gedanken es vorgaukeln? Kann ich auf die Fürsorge meiner Mitmenschen vertrauen?